Fortlaufende Folgen des Buchclubs zum IT-Handbuch

In diesem Artikel werden die einzelnen Folgen aus dem kürzlich hier vorgestellten Buchclub im Anwendungsentwickler-Podcast verlinkt, in dem das IT-Handbuch Kapitel für Kapitel vorgestellt und auf die Prüfungsrelevanz der einzelnen Themen hin untersucht wird.

  • Folge 1 (14.03.2016) behandelt die Kapitel 1, “Einführung”, und 2, “Mathematische und technische Grundlagen”.
  • In Folge 2 (04.04.2016) geht es um Kapitel 3, “Die Hardware”.
  • Folge 3 (18.04.2016) beschäftigt sich mit der ersten Hälfte von Kapitel 4, “Netzwerkgrundlagen”.
  • In Folge 4 (25.04.2016) wird die Betrachtung von Kapitel 4 abgeschlossen; es geht um Datenfernübertragung und vor allem um die wichtigsten Aspekte von TCP/IP.
  • Folge 5 (09.05.2016) beschäftigt sich mit den Kapiteln 5, “Betriebssystemgrundlagen”, 6, “Windows” und 7, “Linux”.
  • Folge 6 (11.07.2016) behandelt die Kapitel 14, “Server für Webanwendungen”, 15, “Weitere Internet-Serverdienste” und 19, “Webserveranwendungen”.
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Buchclub-Folgen zum IT-Handbuch im Anwendungsentwickler-Podcast

Der Anwendungsentwickler-Podcast von Stefan Macke ist eine sehr empfehlenswerte Ressource für alle Fachinformatiker-Azubis (neben den im Titel genannten FIAE bekommen auch FISI dort reichlich Hirnfutter). Die neueste Folge des Podcasts ist eine Buchclub-Folge, die sich ausführlich mit den ersten beiden Kapiteln des IT-Handbuchs beschäftigt (Einführung, Mathematische und technische Grundlagen). Vor allem Praxis- und Prüfungsrelevanz der einzelnen Themen werden sehr ausführlich besprochen.

Die zweite Folge, die sich um die Kapitel 3 und 4 (Hardware und Netzwerkgrundlagen) drehen wird, folgt laut Podcast-Website am 04. April. Nach und nach werden Stefan und die beiden von ihm betreuten Azubis das gesamte Buch durcharbeiten und im Podcast aufbereiten.

Unbedingte Hör- und Leseempfehlung, nicht nur für die Folgen, die sich um mein Buch drehen, sondern für den gesamten Podcast und das zugehörige Blog. Eine großartige Fundgrube, gemacht von einem sehr engagierten Ausbilder, der sein Fach versteht und ausgezeichnet erklären kann.

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Kostenpflichtige illegale Downloads: Finger weg!

Dass es das IT-Handbuch (und andere Werke von mir​) in Tauschbörsen, Usenet, Torrent-Trackern und so weiter gibt, ist völlig klar, und im Allgemeinen bin ich weder der Meinung, dass man Leute kriminalisieren sollte, die so etwas gelegentlich herunterladen, noch befürworte ich unverhältnismäßige Big-Brother-Maßnahmen, um die “Täter” zu ermitteln — ausführlicher in meinem älteren Artikel “Auch ich bin Urheber” nachzulesen.

Heute jedoch habe ich in den Google-Suchergebnissen für das IT-Handbuch eine zweifelhafte Downloadseite für E-Books und andere Medien gefunden, die allen Ernstes Geld für die Downloads verlangt (natürlich mit schwer zu verfolgende Zahlungsmethoden wie “Paysafecard”, wie bei diesen Erpressungstrojanern). Laut ihrer FAQ sind sie “das führende deutsche Piratenportal”; einen Link gebe ich hier aus offensichtlichen Gründen nicht an.

Obwohl ich bei dem Thema wie gesagt relativ entspannt bin: Wenn andere Leute an meinen Werken Geld verdienen, ohne mir etwas davon abzugeben, hört der Spaß auf. Dass man sich eine Strafanzeige sparen kann, ist klar — solche Leute sitzen in weitgehend gesetz- und steuerfreien Weltgegenden wie den British Virgin Islands oder den Cayman Islands, oder sie lassen zumindest ihre Websites dort betreiben. Aber eines kann ich tun: euch alle zu bitten, für zweifelhafte Downloads und “Warez” nicht auch noch Geld auszugeben! Auch wenn es “nur ein paar Cent” sind — diese Herrschaften haben nicht einen einzigen davon verdient.

Im Fall der Website, über die ich da gestolpert bin, werdet ihr obendrein auch noch übers Ohr gehauen: dort gibt es die 6. Auflage des IT-Handbuchs von 2013, und die könnt ihr ohnehin nach wie vor kostenlos als Open Book auf der Website des Verlags lesen. Es kann sogar gut sein, dass ihr dort Geld für die ohnehin kostenlose Leseprobe ausgeben würdet; zumindest die angegebene Dateigröße legt dies nahe.

A propos Open Book: von der neuesten Auflage wird es leider keins geben; aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung von gedruckten Büchern (7% Mehrwertsteuer) und E-Books (19%) ist dies nicht mehr möglich, da eine entsprechende steuerrechtliche Ausnahme Ende 2014 auslief. Aber das Open Book der Vorauflage und die ausführliche Leseprobe [PDF, ca. 25 MB] der aktuellen (vier komplette Kapitel!) dürfte auch so einen guten Einblick ins Buch bieten. Und für 34,90 EUR erhaltet ihr ein schön aufgemachtes und ordentlich gebundenes, 1300 Seiten starkes Buch, oder ein farbiges E-Book für nur 29,90 EUR. Das ist “etwas” teurer als bei den oben genannten Warez-Betrügern, aber damit unterstützt ihr Verlag und Autor direkt für unsere Arbeit.

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Gewinnspiel zur Neuauflage des IT-Handbuchs

Lösen Sie eine Programmieraufgabe und gewinnen Sie ein gedrucktes Exemplar des neuen IT-Handbuchs für Fachinformatiker!

Update, 17.11.2015: Da bis zum 15.11. keine Einsendungen eingegangen sind, wird der Einsendeschluss hiermit bis zum 15.12.2015 verlängert.

In der neu erschienenen 7. Auflage des IT-Handbuchs für Fachinformatiker sind erstmals zahlreiche Übungsaufgaben und Prüfungsfragen enthalten. Die Lösungen zu den meisten dieser Aufgaben sind bereits online verfügbar, sowohl auf der Website des Verlags als auch auf meiner eigenen, noch im Aufbau befindlichen neuen Website. Im Einzelnen können Sie folgende Dateien mit Lösungen herunterladen:

Zusätzlich gibt es noch eine ZIP-Datei mit allen Listings aus dem Buch, damit Sie diese nicht abzutippen brauchen – obwohl das Abtippen, so bekloppt das klingen mag, durchaus einen positiven Lerneffekt haben kann ;).

Die Lösungen für einige ausgewählte Programmieraufgaben wurden noch nicht veröffentlicht, denn sie werden im Rahmen größerer Artikel mit ausführlichen Erläuterungen auf meiner Website erscheinen (und natürlich auch hier im Blog verlinkt).

Genau hier kommen Sie ins Spiel: Suchen Sie sich eine der drei nachfolgenden etwas größeren Programmieraufgaben aus und implementieren Sie eine lauffähige und ausführlich kommentierte Lösung. Unter allen Einsendern korrekter Lösungen verlose ich zwei Exemplare des IT-Handbuchs. Zusätzlich werde ich alle richtigen Lösungen im entsprechenden Artikel mit Verweis auf Sie (und zum Beispiel Ihre Website, wenn Sie eine haben) veröffentlichen, falls Sie dies wünschen – teilen Sie mir in der Mail mit Ihrer Lösung einfach mit, ob Sie das gegebenenfalls möchten, und schreiben Sie die URL Ihrer Website dazu.

Hier die möglichen Aufgaben:

  1. Kapitel 10, Aufgabe 10 (Python):
    Schreiben Sie einen kleinen Python-Webserver. Beim Start sollen auf der Kommandozeile ein TCP-Port und ein Wurzelverzeichnis angegeben werden (Standardwerte: Port 8000 und Wurzelverzeichnis “.”, also das aktuelle Verzeichnis). Der Server soll für jede Anfrage einen neuen Prozess starten. Wenn der gewünschte Dateipfad verfügbar ist, soll diese Datei zurückgegeben werden; für den Content-type können Sie ein einfaches Dateiendung-zu-Typ-Schema verwenden: .htm oder .html ergibt text/html, .txt wird zu text/plain, alles andere ist application/octet-stream (Binärdatei zum Download). Wenn Sie möchten, können Sie weitere Typen definieren. Beachten Sie, dass Sie nach dem Einlesen der Datei deren Größe für die Content-length bestimmen müssen, und Sie sollten die Verbindung mit dem Header Connection: close schließen, um nicht zahlreiche Prozesse offen zu halten. Wenn die Datei nicht gefunden wird, geben Sie den Status “404 Not Found” zurück.
  2. Kapitel 13, Aufgabe 3 (Java):
    Implementieren Sie eine Java-Anwendung, die die Informationen aus der Musikdatenbank auf der Konsole anzeigt, sortiert nach Interpretennamen und anschließend nach Albentiteln. Über Kommandozeilenargumente soll ein optionaler Suchbegriff übergeben werden können, nach dem in den Alben- und Track-Titeln sowie Interpretennamen gefiltert wird. Dabei soll der Suchbegriff automatisch mit %-Zeichen umgeben werden, falls noch keine vorhanden sind, und die jeweilige Suche soll mit LIKE erfolgen, um auch Teiltreffer zu finden. [Die zugehörige Datenbank finden Sie in den Lösungsdateien]
  3. Kapitel 19, Aufgabe 5 (PHP):
    Ergänzen Sie die Beispieldatenbank mit den Programmiersprachen um eine Tabelle authors mit den Feldern author_id, author_firstname und author_lastname sowie eine Tabelle languages_authors, mit der die m:n-Beziehung zwischen den Programmiersprachen und ihren Erfindern hergestellt wird (Felder la_author_id und la_language_id). Finden Sie (zum Beispiel aus der Wikipedia) heraus, wer die verschiedenen Sprachen erfunden hat, und fügen Sie diese Informationen in die Datenbank ein. Schreiben Sie anschließend ein PHP-Skript, das eine JOIN-Abfrage auf die Tabellen ausführt und die Sprachen sowie ihre Autoren in einer HTML-Tabelle ausgibt. [Kapitel 19, das Sie zum Verständnis dieser Aufgabe brauchen, ist vollständig in der ausführlichen PDF-Leseprobe zum Buch enthalten].

Senden Sie die Lösung Ihrer Wahl als ZIP-Archiv an
it-handbuch [at] sascha-kersken [punkt] de
Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2015, der Rechtsweg ist wie üblich ausgeschlossen. Sollten Sie die neueste Auflage des IT-Handbuchs bereits besitzen, können Sie stattdessen auch ein Exemplar meines Buches “Apache 2.4” (Bonn 2012, Rheinwerk Verlag, vormals Galileo Press) erhalten.

Viel Spaß und Erfolg beim Teilnehmen!

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IT-Handbuch für Fachinformatiker, die Siebte

Und schon wieder sind zwei Jahre ins Land gezogen. Zeit also, das turnusgemäße Update des IT-Handbuchs vorzunehmen. Heute ist es fertig geworden; ich habe heute Morgen mit dem neu geschriebenen Vorwort die letzte Datei eingereicht. Hinter den Kulissen beim Verlag beginnt nun weitere harte Arbeit: das Manuskript wird korrigiert, gelayouted und gesetzt.

Am 28. September wird es im Rheinwerk Verlag (der neue Name von Galileo Press) erscheinen. Wer möchte, kann jetzt schon weitere Informationen erhalten und es vorbestellen:

Vieles Bewährte aus früheren Auflagen ist natürlich auch in dieser erhalten geblieben, aber einige Dinge haben sich – wie ich hoffe, zum Besseren – geändert oder sind hinzugekommen. Dazu gehören insbesondere:

  • Ein ganz neues Kapitel zu Mobile Development, das in die Programmierung von Apps für iOS und Android einführt. Während die Android-Entwicklung auf Java und XML basiert, die an anderen Stellen in diesem Buch ausführlich behandelt werden, wird für iOS eine neue Programmiersprache namens Swift bevorzugt; das Kapitel enthält auch eine kurze Einführung in diese Sprache.
  • Python als neue Programmiersprache im Grundlehrgang und an vielen anderen Stellen im Buch: da Perl ein wenig in die Jahre gekommen ist und Ruby bei weitem nicht die Verbreitung von Python genießt, habe ich mich entschlossen, die beiden durch eine andere Sprache zu ersetzen. Python besticht durch eine schlanke Syntax, ist angenehm zu schreiben und zu lesen, beherrscht viele mathematisch-algorithmische Konstrukte bereits im Sprachkern und enthält eine sehr umfangreiche Klassenbibliothek für zahllose Aufgaben.
  • Eine REST-API wird entwickelt: Webservices sind heute einer der bevorzugten Wege, Webanwendungen zu entwickeln, weil alle Clients vom Browser bis zur Mobile App gleichermaßen auf sie zugreifen können. Deshalb wird eine moderne REST-API in PHP entwickelt, und an anderen Stellen im Buch werden zwei Clients dafür entwickelt – einer mit dem JavaScript-Framework jQuery für den Browsereinsatz und einer für iOS mit der neuen Sprache Swift.
  • Praktische Übungen und Prüfungsfragen: um das Buch zu einem noch nützlicheren Lehrbuch zu machen, habe ich die mehr oder weniger präzisen Zusammenfassungen aus den bisherigen Auflagen in jedem Kapitel durch Praxis-Übungsaufgaben, Multiple-Choice-Prüfungsfragen oder auch beides ersetzt. Die Lösungen finden Sie pünktlich zur Veröffentlichung auf der Website zum Buch, die dann einen Relaunch erfährt.

Das Cover hat dasselbe Design wie in früheren Auflagen, aber eine neue, bisher nicht verwendete und sehr geschmackvolle Farbkombination:

it-handbuch-7

Für Neugierige hier auch schon mal das Inhaltsverzeichnis mit kurzen Erläuterungen zu jedem Kapitel:

1. Einführung: Geschichte der Rechenmaschinen und Computer, Überblick IT-Ausbildung
2. Mathematische und technische Grundlagen: Zahlendarstellung in Computersysteme, Mengenlehre, Logik, Algorithmen, Automatentheorien, grundlegende Bauteile
3. Hardware: Überblick über alle Bestandteile von Computern
4. Netzwerkgrundlagen: Netzwerkkarten und -kabel, WLAN, mobile Datendienste, TCP/IP
5. Betriebssystemgrundlagen: was geschieht hinter den Kulissen eines Betriebssystems? Kernel, Gerätetreiber, Prozess- und Speicherverwaltung, Dateisysteme usw.
6. Windows: praktischer Überblick über die Arbeit mit Microsofts Betriebssystem, neu zu Windows 10
7. Linux: Grundlagen, Arbeiten mit der Shell, Editoren, Automatisierung, grafische Oberflächen
8. OS X: Überblick über Apples Betriebssystem, aktuell zu OS X 10.10 Yosemite
9. Grundlagen der Programmierung: gründlicher Programmierkurs mit den Sprachen C, Java und neu: Python
10. Konzepte der Programmierung: Algorithmen und Datenstrukturen, reguläre Ausdrücke, System- und Netzwerkprogrammierung, GUI-Programmierung, verteilte Systeme mit der Java Enterprise Edition
11. Mobile Development: ganz neues Kapitel zur Entwicklung von iOS- und Android-Apps, einschließlich einer Einführung in Apples neue Sprache Swift
12. Software Engineering: Grundlagen des Projektmanagements, Extreme Programming und Scrum, Entwurfsmuster, Unit-Tests, Versionsverwaltung und Bugtracker
13. Datenbanken: Gründliche Einführung in Theorie und Praxis der Datenbanken mit dem Schwerpunkt relationale Datenbanksysteme am Beispiel von MySQL
14. Server für Webanwendungen: HTTP, der Webserver Apache 2, PHP einrichten
15. Weitere Internet-Serverdienste: der Nameserver BIND, der Verzeichnisdienst OpenLDAP, FTP, xinetd
16. XML: ausführliche Einführung in die Arbeit mit XML, einschließlich DTDs, XML Schema, XSLT sowie der XML-Programmierung in Java und Python
17. Weitere Datei- und Datenformate: Textdateien und Zeichensätze, Multimedia-Dateien, Komprimierung usw.
18. Webseitenerstellung mit (X)HTML und CSS: gründlicher Einführungskurs zu HTML und CSS einschließlich wichtigen Neuerungen von HTML5 und CSS3
19. Webserveranwendungen: ausführliche Anleitung zur Programmierung von Webanwendungen mit PHP inkl. Datenbankzugriff und modernen OOP-Techniken, Entwicklung eines REST-Webservice, weitere Technologien im Kurzüberblick
20. JavaScript und Ajax: alles Wichtige zu clientseitigen Webanwendungen mit JavaScript und Dynamik mit DOM und Ajax, Einführung in das JS-Framework jQuery, Entwicklung eines REST-Clients zu der API aus Kapitel 19 mit jQuery
21. Computer- und Netzwerksicherheit: Überblick über wichtige Gefahren und Gegenmaßnahmen
Hinzu kommen drei Anhänge:
A. Glossar: Kurzdefinition wichtiger Begriffe
B. Zweisprachige Wortliste: Fachbegriffe Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch
C. Literatur: Ein Überblick über nützliche Bücher und Webressourcen zum Weiterlernen

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Nachtrag zu “Auch ich bin Urheber!”

Habe den “Wir sind die Urheber”-Machern (inzwischen wohl über 1.500 UnterzeichnerInnen) noch eine zweite Mail hinterhergeschickt. Sie hat den Betreff “Soso, aber kostenlose Software darf es schon sein, ja?!” und lautet wie folgt:

Sehr geehrte Kampagnenbetreiber,

noch ein Nachtrag zu meiner letzten wenig begeisterten Mail an Sie: wie der angehängte Screenshot zeigt, verwendet Ihr Internetauftritt den Webserver Apache unter dem Betriebssystem Linux [Quelle: http://uptime.netcraft.com/up/graph?site=wir-sind-die-urheber.de]. Beides ist sogenannte Open-Source-Software, die jedermann frei von Lizenzkosten herunterladen und nutzen darf. Ich fordere Sie hiermit auf, Ihren Webauftritt umgehend auf kommerzielle Software umzustellen, da Sie sich ansonsten vorwerfen lassen müssen, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Oder glauben Sie, das Erstellen hochprofessioneller Software sei eine weniger achtenswerte Tätigkeit als die Kunst?!

Immer noch angewidert verbleibe ich

mit freudlosen Grüßen

Sascha Kersken

netcraft-urheber

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Auch ich bin Urheber!

Unter dem Titel “Wir sind die Urheber” haben sich 100(?) AutorInnen und andere Kulturschaffende vor den Karren der Content- und Verwertungsindustrie spannen lassen, um Forderungen nach Zensur und Bespitzelung im Internet und noch weitergehende Kriminalisierung der MediennutzerInnen zu unterstützen. [Eine Verlinkung spare ich mir hier mal, das tun schon viel zu viele andere, auch und gerade kommerzielle Medien. Soll keine Zensur sein, sondern nur ein kleines Gegengewicht. Googelt danach, wenn ihr es lesen wollt.]

Auf der einen Seite: schön für mich, spare ich doch Hunderte von Euro im Jahr für Bücher und andere Kulturgüter, weil diejenigen der Unterzeichner, die mir bisher am Herzen lagen, nun weniger Berücksichtigung in meinen Kaufentscheidungen finden werden als zuvor. Auf der anderen Seite: Habt ihr sie noch alle, KollegInnen?! Für was für eine Welt und Gesellschaftsordnung tretet ihr da ein? Und übrigens: Irrtum! Ihr seid gar nicht DIE Urheber, sondern ihr seid Urheber. Es gibt nämlich auch andere unter uns, die nicht so engstirnig und einseitig denken wie ihr und nicht für ein paar Euro mehr im Jahr in den totalen Überwachungsstaat schlittern möchten!

Ich habe mir mal die Freiheit genommen, folgende Mail an die auf der Kampagnewebsite angegebene Kontaktadresse zu senden:

Sehr geehrte Initiativenmacher,

lassen Sie mich als doppelt Betroffener (Urheber und Konsument) einige Worte zu Ihrer Kampagne loswerden.

Ich bewohne seit über 15 Jahren “das Netz” und bestreite meinen Lebensunterhalt vorwiegend durch selbiges. Als Autor von über 20 Büchern (überarbeitete Neuauflagen mitgerechnet) bin ich jedoch auch Urheber im Sinne der vorliegenden Kampagne. Und als solcher Urheber macht mich hier vor allem eine Sache unsäglich wütend: dass sich andere Urheber vor den Karren solcher einseitigen und durchsichtigen Kampagnen sperren lassen. Ich habe etliche Werke von einigen der Unterzeichnenden gekauft (jawohl, legal gekauft, für echtes Geld!). Natürlich haben diese eigentlichen Urheber selbst nur einen kleinen Teil dieses Geldes erhalten (als Autor kenne ich Verlagsverträge sehr gut und weiß, dass Belletristik-Autoren einen noch geringeren Anteil erhalten als wir Fachbuchschreiber). Dennoch werden die KollegInnen wohl kaum auf die Idee kommen, Buchhändler, Verlage und Verwertungsgesellschaften als “Diebe” zu beschimpfen, die sie um ihren wohlverdienten Lohn bringen. Als Käufer von Medien in nicht unerheblichen Mengen bin ich jedoch mehr als müde, mich stets als vermeintlicher Verbrecher verdächtigen und beschimpfen zu lassen – beispielsweise in nicht überspringbaren Vorspännen gekaufter(!) DVDs und BluRays.

Aber zur Sache: Ich kenne mich im Netz gut genug aus, um zu wissen, dass meine Publikationen bei diversen Filehostern zu finden sind, und was es sonst noch für inoffizielle Verbreitungswege geben mag. Und wissen Sie alle was? Es ist mir so gut wie egal. Ich kann gut damit leben. Denn einige meiner Publikationen stehen sogar OFFIZIELL kostenlos im Netz, und die gedruckten Ausgaben verkaufen sich dadurch nicht etwa schlechter, sondern besser. Das einzige, womit ich nicht leben kann, ist der Tatbestand des Plagiats: wenn jemand meine Arbeit als seine eigene ausgibt. Ist mir bereits vereinzelt passiert im Leben, und dagegen bin ich vorgegangen und werde dies auch jederzeit wieder tun. Dies ist nämlich das WAHRE Urheberrecht: das Recht des Urhebers, als solcher anerkannt zu werden. (Witzigerweise war es ja u.a. ein bekannter Adliger aus einer bekannten “Raubkopierer sind Verbrecher”-Partei, der massiv dagegen verstoßen hat. Und gewisse Verlage – insbesondere solche, die dieses an den Haaren herbeigezogene “Leistungsschutzrecht” fordern – bedienen sich ja auch gern ohne zu fragen und ohne ausreichende Quellenangaben im Netz.)

Verstehen wir uns nicht falsch: Ich weiß sehr gut, dass Schreiben, Musizieren, Zeichnen/Malen, Fotografieren, Schauspielern, Regie führen usw. anspruchsvolle Tätigkeiten sind, die von vielen mit Leib und Seele betrieben werden. Und selbstverständlich sollen diejenigen, die diese Tätigkeiten ausüben, im Rahmen des bestehenden, geldbasierten Systems (über das bei Gelegenheit auch zu reden sein wird), angemessen dafür vergütet werden. Ich werde selbst dafür bezahlt, und ich zahle dafür – kaum jemand, den ich kenne, hat eine größere Bücher-, Comic-, CD- und Filmsammlung als ich. “Davon leben”, was ja viele Kreative für sich fordern, kann ich freilich nicht. Das Bücherschreiben ist ein nettes Zubrot, reicht aber allein nicht, um meine Familie und mich zu ernähren (dafür leben einige Buchhändler, die bei weitem das größte Stück des Kuchens bekommen, recht gut davon — von mir aus sollen sie; ich persönlich finde Verkaufen wesentlich schwieriger als Schreiben). Soll ich nun darüber jammern, dass ich “nicht davon leben kann”, oder wie bisher verschiedene Tätigkeiten und Einkommensquellen mischen? Letzteres finde ich vernünftiger, Jammern ist Energieverschwendung (wenn man kein mächtiger Lobbyverband ist, der sich seine Jammerei in Gesetze gießen lassen kann).

Darüber hinaus bin ich mit einigen bestehenden Regelungen und Forderungen nicht im Geringsten einverstanden – als Urheber, als Konsument, als Wähler und als “Netzbewohner”:

* Zuerst grundsätzlich: Hört auf, von “Urheberrecht” zu reden, wenn ihr Verwertungsrecht meint!

* Wenn ich Urheberrechtsabgaben auf Geräte und Leermedien zahle, dann möchte ich gefälligst auch entsprechend kopieren dürfen. GLEICHZEITIG diese Abgaben ständig zu erhöhen UND das Kopieren zu verbieten/zu erschweren ist schlicht absurd.

* Als Konsument möchte ich das Recht haben, Medieninhalte in dem Format und zu der Zeit zu erwerben, wann es mir passt. Es kann nicht sein, dass mir (z.B. durch IP-Sperren in Webshops und Regionalcodes auf DVDs) verweigert wird, z.B. US-TV-Serien im Original LEGAL ZU KAUFEN, bloß weil irgendein deutscher Sender sie hier Jahre später in einer (meist ohnehin vollkommen unbrauchbaren) deutschen Synchronfassung ausstrahlen wird. Wisst ihr was, Medienfirmen? Ihr VERLIERT dadurch GELD!

* Es ist absolut unverhältnismäßig, wegen angeblicher “Urheberrechtsverletzungen” (s.o.) das Netz zu überwachen, zu bespitzeln und zu sperren. HADOPI in Frankreich beispielsweise liegt dieselbe Geisteshaltung zugrunde wie denjenigen, die Dieben die Hand abhacken. Und laut Artikel 5 GG findet in der Bundesrepublik keine Zensur statt. Nachdem die Leute die Märchen von “Terrorbekämpfung” und dergleichen nicht mehr glauben, wird nun ja wenigstens Klartext geredet. Und die Geschichte des Stoppschildgesetzes von Frau von der Leyen kennen wir ja auch noch alle ganz gut.

Mir würde bestimmt noch mehr einfallen, aber ich belasse es fürs Erste dabei. Zum Abschluss vielleicht noch ein kleiner Vergleich zum Nachdenken: Würde in der heutigen Welt ein Replikator wie bei Star Trek erfunden – er würde nicht benutzt, um die Hungernden zu füttern und die Frierenden zu kleiden, sondern von einigen geldgeilen Konzernen und ihren Anwälten missbraucht, um Gott und die Welt wegen des “Replizierens urheberrechtlich geschützter Waren” zu verklagen.

Mit freundlichen Grüßen, und in dem Bewusstsein, dass meine Mail ohnehin ungelesen in den Papierkorb wandert
Sascha Kersken

P.S.: Bei einigen Namen auf der Unterzeichnerliste bin ich nicht im geringsten überrascht. Bei anderen dagegen durchaus — jedes Wort, das sie je für gesellschaftlichen Fortschritt geäußert haben, muss als pure Heuchelei erscheinen, nachdem sie dieses Pamphlet unterschrieben haben.

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Kleiner Wettbewerb zum virtuellen Prozessor

Im IT-Handbuch für Fachinformatiker wird in Kapitel 2, “Mathematische und technische Grundlagen”, ein virtueller Prozessor beschrieben, der die Arbeitsweise eines Computers verdeutlicht. In der Flash-Simulation könnt ihr den Prozessor ausprobieren. Die detaillierte Beschreibung gibt es hier im Open Book.

Wer bis zum 07.02.2012 ein lauffähiges Programm mitsamt Kurzbeschreibung in den Kommentaren zu diesem Beitrag postet, nimmt an einer Verlosung von zwei Exemplaren des IT-Handbuchs teil. Wenn ihr das Buch bereits habt, könnt ihr wahlweise auch mein neues Buch Apache 2.4 bekommen.

Wichtig: Bei Copy&Paste in den Simulator bitte den Zeilenumbruch nach der letzten Zeile entfernen, sonst erscheint eine Fehlermeldung. Der Bug wird in der nächsten Version gefixt.

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Callcenter-Spaß

Das Folgende ist ein Transkript eines Anrufs, der sich heute tatsächlich so ereignet hat:

[Telefon klingelt]
Ich: Hallo?
Callcentertante: Äh… ähm… Herr Kerks… spreche ich mit Sascha Kerksen [sic!]?
Ich: Ja.
Callcentertante: Gut. Ich bin vom Kundenservice der Deutschen Telekom. Sie waren früher mal Kunde bei uns …
Ich: Ähm… ja, vor hundert Jahren oder so.
Callcentertante: Ja, diesen Zustand würde ich gern wiederherstellen.
Ich: Also, da wo ich jetzt bin, bin ich sehr zufrieden …
Callcentertante: Komisch, alle sind immer total zufrieden …
Ich: Ja … eigentlich habe ich jetzt überhaupt keine Zeit …
Callcentertante: [fällt mir ins Wort] … aber ich will Sie doch überzeugen …
Ich: … und außerdem habe ich fürchterliche Kopfschmerzen [hatte ich wirklich]
Callcentertante: Das sind doch nur Ausreden!
Ich: Tschüss!
Callcentertante: Ich rufe dann nächste Woche noch mal an …
Ich: Ja, ja … [lege auf]

Mich stören jetzt spontant drei Dinge daran:

1. Die hat sich nicht die Mühe gemacht, mal in Ruhe meinen Namen zu lesen, und ihn falsch ausgesprochen (na ja, passiert bei dem Namen oft)
2. Das mit den Ausreden ist eine unverschämte Beleidigung
3. Wieso speichert die Telekom eigentlich mehr als DREIZEHNEINHALB JAHRE nach Vertragsende noch meine Daten?! Oder woher wissen die, dass ich mal Kunde bei ihnen war?!

Kurz: Falls denn vor diesem Vorfall noch eine theoretische Chance bestanden hätte, dass ich je wieder einen Vertrag mit denen eingehe, ist diese Chance nunmehr vollkommen vertan.

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IT-Handbuch für Fachinformatiker: Jetzt auch wieder als Open Book!

IT-Handbuch für Fachinformatiker, 5. AuflageGenau wie die letzten beiden Auflagen des “IT-Handbuchs für Fachinformatiker” ist auch die neueste wieder als sogenanntes Open Book verfügbar. Das heißt, dass ihr sie auf der Website des Verlags kostenlos lesen und herunterladen (HTML-Dateien-ZIP, 26,5 MB) könnt. Viel Spaß!

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