Freie Software und verwandte Themen

Nachtrag zu “Auch ich bin Urheber!”

Habe den “Wir sind die Urheber”-Machern (inzwischen wohl über 1.500 UnterzeichnerInnen) noch eine zweite Mail hinterhergeschickt. Sie hat den Betreff “Soso, aber kostenlose Software darf es schon sein, ja?!” und lautet wie folgt:

Sehr geehrte Kampagnenbetreiber,

noch ein Nachtrag zu meiner letzten wenig begeisterten Mail an Sie: wie der angehängte Screenshot zeigt, verwendet Ihr Internetauftritt den Webserver Apache unter dem Betriebssystem Linux [Quelle: http://uptime.netcraft.com/up/graph?site=wir-sind-die-urheber.de]. Beides ist sogenannte Open-Source-Software, die jedermann frei von Lizenzkosten herunterladen und nutzen darf. Ich fordere Sie hiermit auf, Ihren Webauftritt umgehend auf kommerzielle Software umzustellen, da Sie sich ansonsten vorwerfen lassen müssen, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Oder glauben Sie, das Erstellen hochprofessioneller Software sei eine weniger achtenswerte Tätigkeit als die Kunst?!

Immer noch angewidert verbleibe ich

mit freudlosen Grüßen

Sascha Kersken

netcraft-urheber

Auch ich bin Urheber!

Unter dem Titel “Wir sind die Urheber” haben sich 100(?) AutorInnen und andere Kulturschaffende vor den Karren der Content- und Verwertungsindustrie spannen lassen, um Forderungen nach Zensur und Bespitzelung im Internet und noch weitergehende Kriminalisierung der MediennutzerInnen zu unterstützen. [Eine Verlinkung spare ich mir hier mal, das tun schon viel zu viele andere, auch und gerade kommerzielle Medien. Soll keine Zensur sein, sondern nur ein kleines Gegengewicht. Googelt danach, wenn ihr es lesen wollt.]

Auf der einen Seite: schön für mich, spare ich doch Hunderte von Euro im Jahr für Bücher und andere Kulturgüter, weil diejenigen der Unterzeichner, die mir bisher am Herzen lagen, nun weniger Berücksichtigung in meinen Kaufentscheidungen finden werden als zuvor. Auf der anderen Seite: Habt ihr sie noch alle, KollegInnen?! Für was für eine Welt und Gesellschaftsordnung tretet ihr da ein? Und übrigens: Irrtum! Ihr seid gar nicht DIE Urheber, sondern ihr seid Urheber. Es gibt nämlich auch andere unter uns, die nicht so engstirnig und einseitig denken wie ihr und nicht für ein paar Euro mehr im Jahr in den totalen Überwachungsstaat schlittern möchten!

Ich habe mir mal die Freiheit genommen, folgende Mail an die auf der Kampagnewebsite angegebene Kontaktadresse zu senden:

Sehr geehrte Initiativenmacher,

lassen Sie mich als doppelt Betroffener (Urheber und Konsument) einige Worte zu Ihrer Kampagne loswerden.

Ich bewohne seit über 15 Jahren “das Netz” und bestreite meinen Lebensunterhalt vorwiegend durch selbiges. Als Autor von über 20 Büchern (überarbeitete Neuauflagen mitgerechnet) bin ich jedoch auch Urheber im Sinne der vorliegenden Kampagne. Und als solcher Urheber macht mich hier vor allem eine Sache unsäglich wütend: dass sich andere Urheber vor den Karren solcher einseitigen und durchsichtigen Kampagnen sperren lassen. Ich habe etliche Werke von einigen der Unterzeichnenden gekauft (jawohl, legal gekauft, für echtes Geld!). Natürlich haben diese eigentlichen Urheber selbst nur einen kleinen Teil dieses Geldes erhalten (als Autor kenne ich Verlagsverträge sehr gut und weiß, dass Belletristik-Autoren einen noch geringeren Anteil erhalten als wir Fachbuchschreiber). Dennoch werden die KollegInnen wohl kaum auf die Idee kommen, Buchhändler, Verlage und Verwertungsgesellschaften als “Diebe” zu beschimpfen, die sie um ihren wohlverdienten Lohn bringen. Als Käufer von Medien in nicht unerheblichen Mengen bin ich jedoch mehr als müde, mich stets als vermeintlicher Verbrecher verdächtigen und beschimpfen zu lassen – beispielsweise in nicht überspringbaren Vorspännen gekaufter(!) DVDs und BluRays.

Aber zur Sache: Ich kenne mich im Netz gut genug aus, um zu wissen, dass meine Publikationen bei diversen Filehostern zu finden sind, und was es sonst noch für inoffizielle Verbreitungswege geben mag. Und wissen Sie alle was? Es ist mir so gut wie egal. Ich kann gut damit leben. Denn einige meiner Publikationen stehen sogar OFFIZIELL kostenlos im Netz, und die gedruckten Ausgaben verkaufen sich dadurch nicht etwa schlechter, sondern besser. Das einzige, womit ich nicht leben kann, ist der Tatbestand des Plagiats: wenn jemand meine Arbeit als seine eigene ausgibt. Ist mir bereits vereinzelt passiert im Leben, und dagegen bin ich vorgegangen und werde dies auch jederzeit wieder tun. Dies ist nämlich das WAHRE Urheberrecht: das Recht des Urhebers, als solcher anerkannt zu werden. (Witzigerweise war es ja u.a. ein bekannter Adliger aus einer bekannten “Raubkopierer sind Verbrecher”-Partei, der massiv dagegen verstoßen hat. Und gewisse Verlage – insbesondere solche, die dieses an den Haaren herbeigezogene “Leistungsschutzrecht” fordern – bedienen sich ja auch gern ohne zu fragen und ohne ausreichende Quellenangaben im Netz.)

Verstehen wir uns nicht falsch: Ich weiß sehr gut, dass Schreiben, Musizieren, Zeichnen/Malen, Fotografieren, Schauspielern, Regie führen usw. anspruchsvolle Tätigkeiten sind, die von vielen mit Leib und Seele betrieben werden. Und selbstverständlich sollen diejenigen, die diese Tätigkeiten ausüben, im Rahmen des bestehenden, geldbasierten Systems (über das bei Gelegenheit auch zu reden sein wird), angemessen dafür vergütet werden. Ich werde selbst dafür bezahlt, und ich zahle dafür – kaum jemand, den ich kenne, hat eine größere Bücher-, Comic-, CD- und Filmsammlung als ich. “Davon leben”, was ja viele Kreative für sich fordern, kann ich freilich nicht. Das Bücherschreiben ist ein nettes Zubrot, reicht aber allein nicht, um meine Familie und mich zu ernähren (dafür leben einige Buchhändler, die bei weitem das größte Stück des Kuchens bekommen, recht gut davon — von mir aus sollen sie; ich persönlich finde Verkaufen wesentlich schwieriger als Schreiben). Soll ich nun darüber jammern, dass ich “nicht davon leben kann”, oder wie bisher verschiedene Tätigkeiten und Einkommensquellen mischen? Letzteres finde ich vernünftiger, Jammern ist Energieverschwendung (wenn man kein mächtiger Lobbyverband ist, der sich seine Jammerei in Gesetze gießen lassen kann).

Darüber hinaus bin ich mit einigen bestehenden Regelungen und Forderungen nicht im Geringsten einverstanden – als Urheber, als Konsument, als Wähler und als “Netzbewohner”:

* Zuerst grundsätzlich: Hört auf, von “Urheberrecht” zu reden, wenn ihr Verwertungsrecht meint!

* Wenn ich Urheberrechtsabgaben auf Geräte und Leermedien zahle, dann möchte ich gefälligst auch entsprechend kopieren dürfen. GLEICHZEITIG diese Abgaben ständig zu erhöhen UND das Kopieren zu verbieten/zu erschweren ist schlicht absurd.

* Als Konsument möchte ich das Recht haben, Medieninhalte in dem Format und zu der Zeit zu erwerben, wann es mir passt. Es kann nicht sein, dass mir (z.B. durch IP-Sperren in Webshops und Regionalcodes auf DVDs) verweigert wird, z.B. US-TV-Serien im Original LEGAL ZU KAUFEN, bloß weil irgendein deutscher Sender sie hier Jahre später in einer (meist ohnehin vollkommen unbrauchbaren) deutschen Synchronfassung ausstrahlen wird. Wisst ihr was, Medienfirmen? Ihr VERLIERT dadurch GELD!

* Es ist absolut unverhältnismäßig, wegen angeblicher “Urheberrechtsverletzungen” (s.o.) das Netz zu überwachen, zu bespitzeln und zu sperren. HADOPI in Frankreich beispielsweise liegt dieselbe Geisteshaltung zugrunde wie denjenigen, die Dieben die Hand abhacken. Und laut Artikel 5 GG findet in der Bundesrepublik keine Zensur statt. Nachdem die Leute die Märchen von “Terrorbekämpfung” und dergleichen nicht mehr glauben, wird nun ja wenigstens Klartext geredet. Und die Geschichte des Stoppschildgesetzes von Frau von der Leyen kennen wir ja auch noch alle ganz gut.

Mir würde bestimmt noch mehr einfallen, aber ich belasse es fürs Erste dabei. Zum Abschluss vielleicht noch ein kleiner Vergleich zum Nachdenken: Würde in der heutigen Welt ein Replikator wie bei Star Trek erfunden – er würde nicht benutzt, um die Hungernden zu füttern und die Frierenden zu kleiden, sondern von einigen geldgeilen Konzernen und ihren Anwälten missbraucht, um Gott und die Welt wegen des “Replizierens urheberrechtlich geschützter Waren” zu verklagen.

Mit freundlichen Grüßen, und in dem Bewusstsein, dass meine Mail ohnehin ungelesen in den Papierkorb wandert
Sascha Kersken

P.S.: Bei einigen Namen auf der Unterzeichnerliste bin ich nicht im geringsten überrascht. Bei anderen dagegen durchaus — jedes Wort, das sie je für gesellschaftlichen Fortschritt geäußert haben, muss als pure Heuchelei erscheinen, nachdem sie dieses Pamphlet unterschrieben haben.

Kleiner Wettbewerb zum virtuellen Prozessor

Im IT-Handbuch für Fachinformatiker wird in Kapitel 2, “Mathematische und technische Grundlagen”, ein virtueller Prozessor beschrieben, der die Arbeitsweise eines Computers verdeutlicht. In der Flash-Simulation könnt ihr den Prozessor ausprobieren. Die detaillierte Beschreibung gibt es hier im Open Book.

Wer bis zum 07.02.2012 ein lauffähiges Programm mitsamt Kurzbeschreibung in den Kommentaren zu diesem Beitrag postet, nimmt an einer Verlosung von zwei Exemplaren des IT-Handbuchs teil. Wenn ihr das Buch bereits habt, könnt ihr wahlweise auch mein neues Buch Apache 2.4 bekommen.

Wichtig: Bei Copy&Paste in den Simulator bitte den Zeilenumbruch nach der letzten Zeile entfernen, sonst erscheint eine Fehlermeldung. Der Bug wird in der nächsten Version gefixt.

Callcenter-Spaß

Das Folgende ist ein Transkript eines Anrufs, der sich heute tatsächlich so ereignet hat:

[Telefon klingelt]
Ich: Hallo?
Callcentertante: Äh… ähm… Herr Kerks… spreche ich mit Sascha Kerksen [sic!]?
Ich: Ja.
Callcentertante: Gut. Ich bin vom Kundenservice der Deutschen Telekom. Sie waren früher mal Kunde bei uns …
Ich: Ähm… ja, vor hundert Jahren oder so.
Callcentertante: Ja, diesen Zustand würde ich gern wiederherstellen.
Ich: Also, da wo ich jetzt bin, bin ich sehr zufrieden …
Callcentertante: Komisch, alle sind immer total zufrieden …
Ich: Ja … eigentlich habe ich jetzt überhaupt keine Zeit …
Callcentertante: [fällt mir ins Wort] … aber ich will Sie doch überzeugen …
Ich: … und außerdem habe ich fürchterliche Kopfschmerzen [hatte ich wirklich]
Callcentertante: Das sind doch nur Ausreden!
Ich: Tschüss!
Callcentertante: Ich rufe dann nächste Woche noch mal an …
Ich: Ja, ja … [lege auf]

Mich stören jetzt spontant drei Dinge daran:

1. Die hat sich nicht die Mühe gemacht, mal in Ruhe meinen Namen zu lesen, und ihn falsch ausgesprochen (na ja, passiert bei dem Namen oft)
2. Das mit den Ausreden ist eine unverschämte Beleidigung
3. Wieso speichert die Telekom eigentlich mehr als DREIZEHNEINHALB JAHRE nach Vertragsende noch meine Daten?! Oder woher wissen die, dass ich mal Kunde bei ihnen war?!

Kurz: Falls denn vor diesem Vorfall noch eine theoretische Chance bestanden hätte, dass ich je wieder einen Vertrag mit denen eingehe, ist diese Chance nunmehr vollkommen vertan.

IT-Handbuch für Fachinformatiker: Jetzt auch wieder als Open Book!

IT-Handbuch für Fachinformatiker, 5. AuflageGenau wie die letzten beiden Auflagen des “IT-Handbuchs für Fachinformatiker” ist auch die neueste wieder als sogenanntes Open Book verfügbar. Das heißt, dass ihr sie auf der Website des Verlags kostenlos lesen und herunterladen (HTML-Dateien-ZIP, 26,5 MB) könnt. Viel Spaß!

IT-Handbuch für Fachinformatiker: endlich Neuauflage

IT-Handbuch für Fachinformatiker, 5. AuflageLange hat’s gedauert, nun ist sie endlich da: Mein “IT-Handbuch für Fachinformatiker” ist bei Galileo Computing soeben in der 5. aktualisierten und erweiterten Auflage erschienen. Auf mittlerweile 1.172 Seiten versuche ich darin, die wichtigsten Themen der modernen Informationstechnik zu behandeln, wie sie zum Beispiel in der Fachinformatiker-Ausbildung benötig werden. Aus dem Inhalt:

  • Mathematische und technische Grundlagen
  • Hardware
  • Netzwerke
  • Betriebssysteme — allgemeine Grundlagen sowie Windows, Linux, Mac OS X
  • Programmierung in C, Java, Perl und Ruby
  • Software-Engineering
  • Datenbanken
  • XML und andere Dateiformate
  • Server für Internet und Intranet
  • Webseitenerstellung mit HTML und CSS
  • Webentwicklung mit PHP und Ruby on Rails
  • JavaScript und Ajax
  • Sicherheit

Einige Kapitel wurden sehr weitgehend überarbeitet, z.B. HTML (mit vielen Neuerungen von HTML5) und PHP (moderne objektorientierte Entwicklung mit Features von PHP 5.3), andere wurden aktualisiert, erweitert, aufgeräumt und von bekannten Fehlern befreit.

Gestern sind die Belegexemplare eingetroffen. 10 Stück brauche ich nicht unbedingt selbst, und deshalb verlose ich auf Facebook und Google+ je zwei Stück unter allen, die in einem Kommentar schreiben, warum sie Interesse an dem Buch haben.

Übrigens wird das Buch auf der Website des Verlags auch wieder als kostenloses Open Book bereitgestellt, aber  das dauert leider noch ein paar Tage, weil es lang und komplex ist. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Weitere Infos:

And Now, For Something Completely Different

Sometimes, I need to take a break from all that programming stuff, but I don’t really want to leave the computer. I’ve already read the whole internet (or at least its interesting parts), and they won’t build another one. So I decided to use my Wacom tablet to create a daily webcomic, and voilà, here’s Energy Brain Comics. There are also regular guest strips by family members and friends. Enjoy!

Energy Brain Comics #79

Flash CS5: Interview zum neuen Buch

Flash CS5Anlässlich unseres neuen Buches hat der O’Reilly Verlag ein kleines Interview mit meinem Koautor André Reinegger und mir durchgeführt. Es geht um Flash im Allgemeinen, Chancen und Möglichkeiten sowie um den iOS-Export für iPhone, iPad und iPod Touch.

Ihr beschäftigt euch nun schon einige Monate mit Flash CS5 – welches sind aus eurer Sicht die spannendsten Neuerungen?

André:  Das Killer-Feature zum Launch von Flash CS5 war eigentlich der iPhone App-Export, der Flash-Filme schnell und einfach aufs iPhone und iPad bringen sollte. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung unseres Buches wurde dies von Apple jedoch noch boykottiert – das ist inzwischen zum Glück anders.
Da ich sehr viel im E-Learning-Bereich unterwegs bin und dazu Animationen in Kombination mit Video einsetze, gefällt mir die neue Unterstützung von Video in der Entwicklungsumgebung von Flash CS5 sehr gut. Ich kann somit das Video bereits auf der Bühne betrachten und sehr präzise Cue-Points setzen.

Sascha: André hat die spektakulärste CS5-Neuerung – den Export von Flash-Filmen und -Anwendungen als native iPhone-App – ja schon angesprochen. Sie war zum CS5-Release-Zeitpunkt an Apples App-Store-Politik gescheitert, ihr Fortbestand damals völlig offen. Umso schöner, dass Apple später wieder zur Vernunft gekommen ist. Eine erfreuliche Nebenentwicklung ist, dass Adobe in der Zwischenzeit eine Exportoption für die Android-Plattform geschaffen hat. Dies eröffnet Flash-Entwicklern und -Designern den Zugang zu den wichtigsten Mobilplattformen und bietet Nutzern dieser Geräte umgekehrt eine Fülle neuer, spannender Apps.
Aus der Perspektive eines Programmierers hat sich zwischen Flash CS4 und CS5 nicht allzu viel verändert. Nett sind die sogenannten Codefragmente, die auch Nicht-Entwicklern die Möglichkeit geben, Interaktivität hinzuzufügen. Und Entwickler können ihre eigenen Skripte als Codefragmente speichern und wiederverwenden. Das Kopieren von Animationen als ActionScript-Code ist ebenfalls eine schöne Neuerung. Aber vor allem freue ich mich, dass die neue Version erheblich stabiler und “fertiger” wirkt als die vorige, die doch ab und zu herumzickte.

André, du gibst öfter Schulungen und hältst Vorträge zu Flash CS5. Welche Themen werden von den Teilnehmern am meisten nachgefragt? Und inwiefern haben diese Themen Eingang in euer Buch gefunden?

André: Ich halte überwiegend Grundlagenschulungen zu Flash und Flash Video. Die Teilnehmer interessieren sich hier vor allem für die vielen Animationstechniken, die Flash bietet, für die Einbindung von Audio und Video und für die Neuerungen von Flash CS5. Zusätzlich gebe ich in meinen Trainings einen Einblick in ActionScript über die Verwendung der neuen Codefragmente. All dies ist zusammen mit meinen Erfahrungen als Trainer in das Buch mit eingeflossen. Sascha baut dann im ActionScript-Teil des Buches mit tollen Beispielen darauf auf und erklärt sehr gut verständlich die objektorientierte Programmierung mit ActionScript 3.

Aufgrund eures beruflichen Werdegangs als Designer bzw. Programmierer habt ihr vermutlich einen sehr unterschiedlichen Blick auf Flash-basierte Anwendungen. Wie hat sich eure unterschiedliche Herkunft auf eure Zusammenarbeit ausgewirkt?

Sascha: Ich denke, dass wir uns hier ideal ergänzt haben und unsere jeweiligen Stärken ausspielen konnten. Ich hatte ja zuvor schon ein Flash-Buch in mehreren Auflagen bei O’Reilly veröffentlicht, und André hat Video-Trainings zu Flash und anderen Adobe-Produkten gemacht. Beides kam bei den Lesern beziehungsweise Zuschauern sehr gut an, aber ich finde, dass das Buch durch die Kombination unserer Schwerpunkte noch viel besser geworden ist.

André: Bisher ist mir noch kein guter Designer begegnet, der auch richtig gut im Programmieren ist – und umgekehrt. In Flash treffen zwei Welten aufeinander, da man sich sowohl als Designer als auch als Programmierer austoben kann. Somit kann ich mir keine bessere Lösung für ein Flash-Buch vorstellen, als dass jeweils ein Experte aus der Design- bzw. Programmierwelt sein Wissen und Können mit einfließen lässt.

Die Adobe-Reihe ist ganz neu konzipiert worden. Warum passt aus eurer Sicht diese inhaltliche und gestalterische Konzeption gut zum Thema Adobe Flash?

Sascha: Flash ist ein hochgradig visuell orientiertes Programm. Wie könnte man Lesern das besser nahebringen als mit einem vierfarbig gedruckten, hochwertigen Buch? Sehr gelungen finde ich auch das Layout; die breiten Seiten haben eine Marginalspalte, in der zusätzliche Bilder und Infoboxen untergebracht werden können, ohne dass der eigentliche Satzspiegel allzusehr eingeschränkt würde. Hier finden die Leser jede Menge weitergehende Informationen, Tipps und zusätzliche Anregungen, die bei einem Schwarz-Weiß-Buch mit klassischem Layout im Text untergehen würden.

Agenturen suchen händeringend nach Flashern. Welche Qualifikationen und Talente müssen sie mitbringen?

Sascha: Ich denke, die Fähigkeiten von Flash sind im Laufe der Jahre und Versionen so stark angewachsen, dass es “den” Flasher heute eigentlich gar nicht mehr gibt. Das Programm und seine “Verwandten” – Flash Builder, Catalyst oder die von einem Drittanbieter stammende Entwicklungsumgebung FDT – bieten vielmehr Raum für verschiedene Tätigkeiten: Screen Design, Motion Design und Softwareentwicklung. So ist ActionScript beispielsweise eine moderne, leistungsfähige, objektorientierte Programmiersprache, für die man fundierte Progammierkenntnisse benötigt. Natürlich kann man die auch in Java, PHP oder C# erworben haben, aber man muss dennoch ständig am Ball bleiben, um mit der ActionScript-Klassenbibliothek zurechtzukommen.

André: Ich kann Sascha nur zustimmen. Den klassischen Flasher gab es vielleicht noch in Zeiten von ActionScript 2, das auch für Designer noch einigermaßen zugänglich war. Spätestens seit der Einführung von ActionScript 3 trauen sich die wenigsten Gestalter noch an die Programmierung ran. Es gibt aufwendige Flash-Anwendungen (Rich Internet Applications) die in der Regel nicht von einer Person allein erstellt werden können. Stattdessen geht ein Team von Interface-, Interaction-, Screen-, und Motion-Designern sowie Programmierern große Flash-Projekte gemeinsam an.

Gibt es mit Flash produzierte Anwendungen, Filme oder Spiele im Netz, die euch besonders begeistern?

Sascha: Eine der beeindruckendsten Flash-Anwendungen ist für mich das Audiotool. Es handelt sich um eine absolut professionelle Simulation eines Studios für elektronische Musik. Der Chefentwickler, André Michelle, lotet schon seit vielen Jahren die Grenzen und Möglichkeiten für Sound und seine Steuerung in Flash aus.

André: Ein Spiel, das mich sehr begeistert hat, ist First Person Tetris. Ich finde die Idee einfach genial, Tetris in ein First Person Game zu verwandeln. Den Night-Modus sollte man unbedingt mal ausprobiert haben. Für solch experimentelle Spiele eignet sich Flash natürlich hervorragend.

Das Interview führten Inken Kiupel und Nathalie Pelz. Die Zweitveröffentlichung hier erfolgt mit freundlicher Genehmigung des O’Reilly-Verlags

Weitere Infos:

- Originalbeitrag im O’Reilly-Blog
- Detailseite zum Buch bei O’Reilly
- Detailseite zum Buch bei Amazon.de

Gewinnspiel zum Video-Training Power Workshops PHP [Update]

Power Workshops PHP

UPDATE

Ihr habt immer noch eine Chance beim Gewinnspiel. Da bis zum 30.01. noch kein neues Feedback in Blogs oder bei Amazon erschienen ist, wird das Ganze verlängert. Und zwar bis zum 15.02. oder bis vier Reaktionen zusammengekommen sind (es gilt, was zuerst eintritt). Die Spielregeln bleiben gleich: Besorgt euch auf der Detailseite zum Produkt bei Video2Brain die Probelektionen, verschafft euch einen Eindruck davon, verfasst einen Blogeintrag oder eine Amazon-Rezension und hinterlasst hier unten einen Kommentar mit einem Link auf euren Beitrag (einen manuellen Kommentar, bitte; die Trackback-/Pingback-Funktion ist zurzeit defekt). Dann weiterhin viel Spaß und Glück :).

URSPRÜNGLICHER EINTRAG

Ende Oktober/Anfang November habe ich mit Bastian zwei verlängerte Wochenenden in Graz verbracht. Dort haben wir bei Video2Brain ein Video-Training zur professionellen PHP-Entwicklung aufgezeichnet. Unser Ansatz bestand darin, dass nicht jeder einzeln einen Teil des Trainings erstellt, sondern dass wir alle Lektionen in einer interaktiven Gesprächssituation präsentieren. Dies entspricht dem bekannten Ansatz des Pair Programming: Zwei Entwickler sitzen zusammen am Rechner, teilen sich die Tastatur und reden über den Code, den sie entwickeln.

Anfangs war die Arbeitsweise gewöhnungsbedürftig, aber wir gewöhnten uns rasch daran und es ging uns immer leichter von der Hand. Wir sind der Meinung, dass das Ergebnis lockerer und unterhaltsamer ist als ein klassisches Einzel-Training.

Zu den präsentierten Themen gehören nicht nur die Neuerungen  von PHP 5.3, sondern auch Best Practices der objektorientierten PHP-Entwicklung, Unit-Tests mit PHPUnit und der Umgang mit PHPDocumentor zum Erstellen der Programmdokumentation — denn nur gut dokumentierter Code ist wirklich guter Code.

Bastian hat zwei Exemplare an die schnellsten Rezensenten verlost; die Gewinner sind bereits ermittelt. Ich lege noch mal zwei Exemplare drauf, aber um das Ganze spannender zu machen, gewinnt diesmal nicht der/die Schnellste, sondern ich verlose die beiden Exemplare unter allen Teilnehmern, die bis Sonntag, den 30.01., eine Amazon-Kundenrezension oder einen Blogeintrag dazu verfassen. Auf der unten verlinkten Video2Brain-Detailseite findet ihr einige kostenlose Probelektionen, damit ihr euch ein Bild von dem Training machen könnt.

Leider ist die Trackback/Pingback-Funktion dieses Blogs zurzeit defekt, deshalb bitte ich im Fall eines Blogeintrags darum, hier manuell einen Kommentar mit einem entsprechenden Link zu verfassen. Ich vertraue natürlich darauf, dass sich keiner mit fremden Federn schmückt ;).

Dann sag ich mal viel Spaß beim Anschauen der Probelektionen und viel Glück beim Gewinnspiel!
Weiterführende Links:

New: Public papaya CMS wiki

Wikis have turned out to be one of the best means of documentation for open source projects. We at papaya CMS have been knowing this for quite a while — and now we’ve finally put the theory into practice. So here’s the English papaya CMS wiki, and we’ve also got a German one. The latter has got more content for now, because a colleague has written some great scripts to import docbook documentation into wikis, but we’re still working on more content for the English wiki. For example, I’ve started to write a tutorial on developing papaya modules using test driven development.