Frankreich auf dem Weg ins digitale Mittelalter?

Schon seit Längerem ist bekannt, dass Frankreich “Urheberrechtsverletzern”, das heißt Tauschbörsennutzern, nach zweimaliger Verwarnung automatisiert den Internetzugang sperren möchte, ohne Richterbeschluss et al. Schon diese Maßnahme ist IMHO vergleichbar mit dem barbarisch-mittelalterlichen Handabhacken bei Dieben (natürlich nicht, was das Schmerzlevel des Bestraften angeht, sondern in puncto Geisteshaltung). Nun wird eine neue Sau durchs digitale Dorf getrieben: Die französische Kulturministerin möchte bei öffentlichen Hotspots nur noch den Zugang zu Websites erlauben, die explizit in einer Whitelist stehen. Das geht noch einen Schritt weiter als die mit Blacklists arbeitende, auch in westlichen “Demokratien” immer weiter um sich greifende Internetzensur.

Wohin geht die Reise? Das einundzwanzigste Jahrhundert droht zum Finsteren Mittelalter 2.0 zu werden, nur weil Unmengen von Politikern Angst vor neuen Medien und letztlich vor ihrer eigenen Bevölkerung haben. Nun könnte man diese Angst natürlich deutlich abmildern, indem man zur Abwechslung mal Politik im Sinne dieser Bevölkerung und nicht für die Interessen einiger Lobbygruppen (Großbanken, Großkonzerne, Medienindustrie usw.) macht. Aber nein, lieber immer mehr überwachen, bespitzeln, zensieren, verbieten, Milliarden für Biometrie- und sonstigen Pseudosicherheitsschwachsinn ausgeben und gleichzeitig behaupten, man hätte kein Geld für die Belange von Arbeitslosen und Rentnern oder für ein paar halbwegs neue Schulbücher. Deutschland, Großbritannien und Frankreich scheinen bei alldem in Europa eine unrühmliche Vorreiterrolle zu spielen. Jedenfalls ist es lächerlich, wenn dieselben Herrschaften, die hier jeden Tag weitere und zunehmend skandalöse Ausnahmen zu den Bürgerrechten hinzufügen, dieselben im Dialog mit China, Iran oder irgendwelchen Bananenrepubliken einfordern.

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Blogparade — die beliebtesten IT-Fachbücher [Update]

Nein, heute geht es zur Abwechslung mal nicht um meine eigenen Bücher.
Der Softwareentwickler Blog ruft dazu auf, bis zum 04.03. diejenigen drei IT-Bücher vorzustellen, die man mit auf eine einsame Insel einem bei der täglichen Arbeit am nützlichsten sind oder aus denen man am meisten gelernt hat.

Okay, here we go:

1. “Head First Design Patterns” von Eric Freeman, Elisabeth Robson, Kathy Sierra, Bert Bates (O’Reilly) — stellvertretend für die unterhaltsame und lehrreiche “Head First”-Reihe; ideale Tipps für gut durchdachte und performante OO-Programmierung durch gute Beschreibungen und Beispiele für die wichtigsten Design Patterns

2. “Mastering Regular Expressions” von Jeffrey E.F. Friedl (O’Reilly) — da man (als Coder) im Leben kaum etwas Nützlicheres lernen kann als den Umgang mit regulären Ausdrücken, ist dieses Buch der ideale Weg: vollständig, verständlich und obendrein noch unterhaltsam erschließt das Buch diese Welt auf ideale Weise.

3. “Java ist auch eine Insel” von Christian Ullenbohm (Galileo Computing) — IMHO das beste deutschsprachige Java-Buch und eines der besten Programmierbücher überhaupt. Zudem ist es seit -zig Auflagen stets aktuell als Open Book verfügbar, kann also kostenlos im Netz gelesen und heruntergeladen werden (und verkauft sich gerade deshalb auch als gedruckte Ausgabe prächtig, ähnlich wie mein IT-Handbuch für Fachinformatiker).

Update

Seit einiger Zeit ist auch die Auswertung der Blogparade online.

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Neues Buch: Apache 2.2

apache_2-2Soeben ist bei Galileo Computing die dritte Auflage meines Handbuchs “Apache 2” erschienen; diesmal passenderweise unter dem Titel “Apache 2.2”, da dies die derzeitige Standardversion ist. Neben allen seit Ende 2005 (vorige Auflage) neu hinzugekommenen Modulen und Konfigurationsdirektiven enthält das Buch jetzt auch ein Kapitel, in dem die Original-Konfigurationsdateien (mit deutschen Übersetzungen aller Kommentare) sowie einige zusätzliche Konfigurationsbeispiele abgedruckt wurden. Auch zwei neue Anhänge gibt es; sie beschäftigen sich mit den Besonderheiten der älteren Version 2.0 beziehungsweise mit einem Ausblick auf die kommende Version 2.3/2.4.

Das Buch kostet 44,90 EUR und kann sowohl beim Verlag als auch bei Amazon versandkostenfrei bestellt werden. Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit hier.

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Wieder mal: Softwarepatente

Ich denke, ich brauche niemandem mehr zu erzählen, wie gefährlich Softwarepatente für Open Source sind. Die EU-Softwarepatentrichtlinie wurde zwar nach langem Hin und Her vom EU-Parlament abgelehnt, aber die nationalen Patentämter und das Europäische Patentamt erteilen munter weiter Softwarepatente; sobald es zu einer Gesetzesänderung käme (bei der Lobbyistendichte heutzutage jederzeit möglich), würden diese unverzüglich scharfgeschaltet, mit allen unglücklichen und absurden Folgen.

Deshalb sollte sich jeder, der berufliches und/oder persönliches Interesse an Open Source und an einer offenen IT-Landschaft hat, zwei Minuten Zeit nehmen und die folgende Online-Petition unterzeichnen:

http://stopsoftwarepatents.eu/

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MySQL-OpenBook

Praktischer Einstieg in MySQL mit PHP

Soeben hat der O’Reilly Verlag mein Buch Praktischer Einstieg in MySQL mit PHP (2. Auflage von 2007) als OpenBook freigegeben. Wer also mehr über Datenbankdesign, MySQL-Administration und MySQL-basierte PHP-Webanwendungen wissen möchte, kann sich das Werk hier als PDF herunterladen. Das Buch verwende ich unter anderem auch als Schulungsunterlage für meine regelmäßigen MySQL-Schulungen im Linuxhotel. Viel Spaß beim Lesen!

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Neues Buch: openSUSE 11

Soeben ist mein Buch “openSUSE 11” (2. Auflage, vormals unter dem Titel “SUSE Linux 10.x”) bei Galileo Computing erschienen. Es handelt sich um ein umfassendes Handbuch, das von der Installation über Shell, grafische Oberflächen und diverse Anwendungen bis hin zur Administration alle wichtigen Themen ausführlich behandelt. Das Buch hat 1046 Seiten und kostet 49,90 EUR.

opensuse11

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Änderung des Blogtitels

Ich war ein bisschen zu langsam beim Registrieren der Domain “open-source-blog.de”. Zumindest ist sie in guten Händen — zwei Kollegen von der papaya Software GmbH betreiben unter dem Namen ein nettes deutschsprachiges Blog über allerlei Open-Source-Themen, wie ihr in meiner Blogroll oder gleich hier sehen könnt.

Um Verwirrung zu vermeiden, habe ich mich entschlossen, dieses Blog in “Free Software Blog” umzubenennen (free as in freedom, not as in free beer, natürlich). Und ich habe soeben die Domain “free-software-blog.de” registriert, unter der dieses bescheidene Blog in Kürze erreichbar sein wird.

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Blog Title Change

I’ve been a bit too slow to register the domain “open-source-blog.de”. At least it’s in good hands — two of my colleagues from papaya Software GmbH are doing a nice German-language blog about Open Source stuff, as you can easily see for yourself in my blog roll or right here.

To avoid confusion, I’ve decided to rename this blog to “Free Software Blog” (free as in freedom, not as in free beer, mind you). And I’ve just registered the domain “free-software-blog.de” under which you will soon find this humble blog.

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Reguläre Ausdrücke

Am 18.07.2008 habe ich für meine Kollegen bei papaya einen kleinen Vortrag über Reguläre Ausdrücke gehalten. Wer möchte, kann ihn sich hier anschauen. Vielen Dank an meinen Kollegen Steve Dix für Filmen, Vorspann und Musik!

Nachtrag: Bisher war der Film hier an Ort und Stelle eingebettet, aber leider bringt WordPress den Hobnox-Embed-Code durcheinander. Deshalb jetzt nur noch als Link.

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Tutorials auf dem LinuxTag 2008

Wie 2005 und 2007 werde ich auch dieses Jahr wieder Tutorials auf dem LinuxTag halten:

Nähere Informationen und Anmeldemöglichkeiten findet ihr jeweils auf den verlinkten Seiten.

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