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13.5.2012 von Sascha Kersken.
Habe den “Wir sind die Urheber”-Machern (inzwischen wohl über 1.500 UnterzeichnerInnen) noch eine zweite Mail hinterhergeschickt. Sie hat den Betreff “Soso, aber kostenlose Software darf es schon sein, ja?!” und lautet wie folgt:
Sehr geehrte Kampagnenbetreiber,
noch ein Nachtrag zu meiner letzten wenig begeisterten Mail an Sie: wie der angehängte Screenshot zeigt, verwendet Ihr Internetauftritt den Webserver Apache unter dem Betriebssystem Linux [Quelle: http://uptime.netcraft.com/up/graph?site=wir-sind-die-urheber.de]. Beides ist sogenannte Open-Source-Software, die jedermann frei von Lizenzkosten herunterladen und nutzen darf. Ich fordere Sie hiermit auf, Ihren Webauftritt umgehend auf kommerzielle Software umzustellen, da Sie sich ansonsten vorwerfen lassen müssen, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Oder glauben Sie, das Erstellen hochprofessioneller Software sei eine weniger achtenswerte Tätigkeit als die Kunst?!
Immer noch angewidert verbleibe ich
mit freudlosen Grüßen
Sascha Kersken

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11.5.2012 von Sascha Kersken.
Unter dem Titel “Wir sind die Urheber” haben sich 100(?) AutorInnen und andere Kulturschaffende vor den Karren der Content- und Verwertungsindustrie spannen lassen, um Forderungen nach Zensur und Bespitzelung im Internet und noch weitergehende Kriminalisierung der MediennutzerInnen zu unterstützen. [Eine Verlinkung spare ich mir hier mal, das tun schon viel zu viele andere, auch und gerade kommerzielle Medien. Soll keine Zensur sein, sondern nur ein kleines Gegengewicht. Googelt danach, wenn ihr es lesen wollt.]
Auf der einen Seite: schön für mich, spare ich doch Hunderte von Euro im Jahr für Bücher und andere Kulturgüter, weil diejenigen der Unterzeichner, die mir bisher am Herzen lagen, nun weniger Berücksichtigung in meinen Kaufentscheidungen finden werden als zuvor. Auf der anderen Seite: Habt ihr sie noch alle, KollegInnen?! Für was für eine Welt und Gesellschaftsordnung tretet ihr da ein? Und übrigens: Irrtum! Ihr seid gar nicht DIE Urheber, sondern ihr seid Urheber. Es gibt nämlich auch andere unter uns, die nicht so engstirnig und einseitig denken wie ihr und nicht für ein paar Euro mehr im Jahr in den totalen Überwachungsstaat schlittern möchten!
Ich habe mir mal die Freiheit genommen, folgende Mail an die auf der Kampagnewebsite angegebene Kontaktadresse zu senden:
Sehr geehrte Initiativenmacher,
lassen Sie mich als doppelt Betroffener (Urheber und Konsument) einige Worte zu Ihrer Kampagne loswerden.
Ich bewohne seit über 15 Jahren “das Netz” und bestreite meinen Lebensunterhalt vorwiegend durch selbiges. Als Autor von über 20 Büchern (überarbeitete Neuauflagen mitgerechnet) bin ich jedoch auch Urheber im Sinne der vorliegenden Kampagne. Und als solcher Urheber macht mich hier vor allem eine Sache unsäglich wütend: dass sich andere Urheber vor den Karren solcher einseitigen und durchsichtigen Kampagnen sperren lassen. Ich habe etliche Werke von einigen der Unterzeichnenden gekauft (jawohl, legal gekauft, für echtes Geld!). Natürlich haben diese eigentlichen Urheber selbst nur einen kleinen Teil dieses Geldes erhalten (als Autor kenne ich Verlagsverträge sehr gut und weiß, dass Belletristik-Autoren einen noch geringeren Anteil erhalten als wir Fachbuchschreiber). Dennoch werden die KollegInnen wohl kaum auf die Idee kommen, Buchhändler, Verlage und Verwertungsgesellschaften als “Diebe” zu beschimpfen, die sie um ihren wohlverdienten Lohn bringen. Als Käufer von Medien in nicht unerheblichen Mengen bin ich jedoch mehr als müde, mich stets als vermeintlicher Verbrecher verdächtigen und beschimpfen zu lassen - beispielsweise in nicht überspringbaren Vorspännen gekaufter(!) DVDs und BluRays.
Aber zur Sache: Ich kenne mich im Netz gut genug aus, um zu wissen, dass meine Publikationen bei diversen Filehostern zu finden sind, und was es sonst noch für inoffizielle Verbreitungswege geben mag. Und wissen Sie alle was? Es ist mir so gut wie egal. Ich kann gut damit leben. Denn einige meiner Publikationen stehen sogar OFFIZIELL kostenlos im Netz, und die gedruckten Ausgaben verkaufen sich dadurch nicht etwa schlechter, sondern besser. Das einzige, womit ich nicht leben kann, ist der Tatbestand des Plagiats: wenn jemand meine Arbeit als seine eigene ausgibt. Ist mir bereits vereinzelt passiert im Leben, und dagegen bin ich vorgegangen und werde dies auch jederzeit wieder tun. Dies ist nämlich das WAHRE Urheberrecht: das Recht des Urhebers, als solcher anerkannt zu werden. (Witzigerweise war es ja u.a. ein bekannter Adliger aus einer bekannten “Raubkopierer sind Verbrecher”-Partei, der massiv dagegen verstoßen hat. Und gewisse Verlage – insbesondere solche, die dieses an den Haaren herbeigezogene “Leistungsschutzrecht” fordern – bedienen sich ja auch gern ohne zu fragen und ohne ausreichende Quellenangaben im Netz.)
Verstehen wir uns nicht falsch: Ich weiß sehr gut, dass Schreiben, Musizieren, Zeichnen/Malen, Fotografieren, Schauspielern, Regie führen usw. anspruchsvolle Tätigkeiten sind, die von vielen mit Leib und Seele betrieben werden. Und selbstverständlich sollen diejenigen, die diese Tätigkeiten ausüben, im Rahmen des bestehenden, geldbasierten Systems (über das bei Gelegenheit auch zu reden sein wird), angemessen dafür vergütet werden. Ich werde selbst dafür bezahlt, und ich zahle dafür – kaum jemand, den ich kenne, hat eine größere Bücher-, Comic-, CD- und Filmsammlung als ich. “Davon leben”, was ja viele Kreative für sich fordern, kann ich freilich nicht. Das Bücherschreiben ist ein nettes Zubrot, reicht aber allein nicht, um meine Familie und mich zu ernähren (dafür leben einige Buchhändler, die bei weitem das größte Stück des Kuchens bekommen, recht gut davon — von mir aus sollen sie; ich persönlich finde Verkaufen wesentlich schwieriger als Schreiben). Soll ich nun darüber jammern, dass ich “nicht davon leben kann”, oder wie bisher verschiedene Tätigkeiten und Einkommensquellen mischen? Letzteres finde ich vernünftiger, Jammern ist Energieverschwendung (wenn man kein mächtiger Lobbyverband ist, der sich seine Jammerei in Gesetze gießen lassen kann).
Darüber hinaus bin ich mit einigen bestehenden Regelungen und Forderungen nicht im Geringsten einverstanden – als Urheber, als Konsument, als Wähler und als “Netzbewohner”:
* Zuerst grundsätzlich: Hört auf, von “Urheberrecht” zu reden, wenn ihr Verwertungsrecht meint!
* Wenn ich Urheberrechtsabgaben auf Geräte und Leermedien zahle, dann möchte ich gefälligst auch entsprechend kopieren dürfen. GLEICHZEITIG diese Abgaben ständig zu erhöhen UND das Kopieren zu verbieten/zu erschweren ist schlicht absurd.
* Als Konsument möchte ich das Recht haben, Medieninhalte in dem Format und zu der Zeit zu erwerben, wann es mir passt. Es kann nicht sein, dass mir (z.B. durch IP-Sperren in Webshops und Regionalcodes auf DVDs) verweigert wird, z.B. US-TV-Serien im Original LEGAL ZU KAUFEN, bloß weil irgendein deutscher Sender sie hier Jahre später in einer (meist ohnehin vollkommen unbrauchbaren) deutschen Synchronfassung ausstrahlen wird. Wisst ihr was, Medienfirmen? Ihr VERLIERT dadurch GELD!
* Es ist absolut unverhältnismäßig, wegen angeblicher “Urheberrechtsverletzungen” (s.o.) das Netz zu überwachen, zu bespitzeln und zu sperren. HADOPI in Frankreich beispielsweise liegt dieselbe Geisteshaltung zugrunde wie denjenigen, die Dieben die Hand abhacken. Und laut Artikel 5 GG findet in der Bundesrepublik keine Zensur statt. Nachdem die Leute die Märchen von “Terrorbekämpfung” und dergleichen nicht mehr glauben, wird nun ja wenigstens Klartext geredet. Und die Geschichte des Stoppschildgesetzes von Frau von der Leyen kennen wir ja auch noch alle ganz gut.
Mir würde bestimmt noch mehr einfallen, aber ich belasse es fürs Erste dabei. Zum Abschluss vielleicht noch ein kleiner Vergleich zum Nachdenken: Würde in der heutigen Welt ein Replikator wie bei Star Trek erfunden – er würde nicht benutzt, um die Hungernden zu füttern und die Frierenden zu kleiden, sondern von einigen geldgeilen Konzernen und ihren Anwälten missbraucht, um Gott und die Welt wegen des “Replizierens urheberrechtlich geschützter Waren” zu verklagen.
Mit freundlichen Grüßen, und in dem Bewusstsein, dass meine Mail ohnehin ungelesen in den Papierkorb wandert
Sascha Kersken
P.S.: Bei einigen Namen auf der Unterzeichnerliste bin ich nicht im geringsten überrascht. Bei anderen dagegen durchaus — jedes Wort, das sie je für gesellschaftlichen Fortschritt geäußert haben, muss als pure Heuchelei erscheinen, nachdem sie dieses Pamphlet unterschrieben haben.
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18.8.2009 von Sascha Kersken.

Eben wollte ich etwas im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland nachschlagen — trotz diverser Aufweichungen in den letzten knapp 20 Jahren noch immer die Grundlage für eine relative Freiheit. Der erste Treffer bei der Google-Suche nach “grundgesetz” verweist auf eine Seite auf der Website des Deutschen Bundestags. Nichts Böses ahnend habe ich draufgeklickt, weil ich mir dachte, dass die ja wohl auf jeden Fall die aktuelle Fassung vorhalten dürften. Aber ach! Statt des erwarteten Grundgesetzes wird obige “404 Not Found”-Seite angezeigt. Natürlich ist mir klar, dass die Seite wohl umgezogen ist und der Link bei Google noch nicht aktualisiert wurde. Und dennoch eine schöne, passende Metapher dafür, wie unsere Damen und Herren Politiker gerade in den letzten Jahren mit Inhalt und Geist der Verfassung umgehen.
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3.8.2009 von Sascha Kersken.
Zensursel war allein zu Haus,
Die Wähler waren alle aus.
Als sie nun durch den Reichstag sprang
Mit leichtem Mut und Sing und Sang,
Da sah sie plötzlich vor sich stehn
Das Grundgesetz, nett anzusehn.
“Ei”, sprach sie, “ei, wie schön und fein!
Das muss ein trefflich Spielzeug sein.
Ich zünde die Verfassung an,
wie’s einst der Opa hat getan.”
Und Minz und Maunz, die Katzen,
Erheben ihre Tatzen.
Sie drohen mit den Pfoten:
“Ach, Karlsruhe hat’s verboten!
Miau! Mio! Miau! Mio!
Lass stehn! Sonst brennt Deutschland lichterloh!”
Zensursel hört die Katzen nicht!
Das Grundgesetz brennt hell und licht,
Das flackert lustig, knistert laut,
Grad wie ihr’s auf dem Bilde schaut.
Zensursel aber freut sich sehr
Und sprang im Reichstag hin und her.
Und Minz und Maunz, die Katzen,
Erheben ihre Tatzen.
Sie drohen mit den Pfoten:
“Ach, Karlsruhe hat’s verboten!
Miau! Mio! Miau! Mio!
Mach’s aus! Sonst brennt Deutschland lichterloh!”
Doch weh! Die Flamme fasst den Raum,
Und nach nur fünf Minuten kaum
Da brennt der Reichstag, brennt das Haus,
Es brennt das ganze Land, oh Graus.
Und Minz und Maunz, die schreien
Gar jämmerlich zu zweien:
“Herbei! Herbei! Wer ist zur Hand?
Im Feuer steht das ganze Land!
Miau! Mio! Miau! Mio!
Zu Hilf’! Das Land brennt licherloh!”
Verbrannt ist alles ganz und gar,
Das arme Land mit Haut und Haar;
Ein Häuflein Asche blieb allein,
Und Ursels Dienstwagen so fein.
Und Minz und Maunz, die kleinen,
Die sizen da und weinen:
“Miau! Mio! Miau! Mio!
Wo ist die arme Freiheit? Wo?”
Und ihre Tränen fließen
Wie’s Bächlein auf der Wiesen.
[Frei nach “Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug” aus dem “Struwwelpeter” von Heinrich Hoffmann]
Erstveröffentlichung in meinem Forenaccount bei Heise online
Die Weiterverbreitung des Gedichts ist ausdrücklich gestattet. Bitte mit Quellenangabe (http://sascha-kersken.de/2009/08/03/die-gar-traurige-geschichte-mit-dem-grundgesetz/) und natürlich nicht kommerziell.
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20.6.2009 von Sascha Kersken.
Von der Musikrichtung her stehe ich ja eher auf Metal, aber dieser Song muss GENAU SO sein:
Ruft eure lokalen Radiosender und Fernsehstationen an und bittet sie, den Song zu spielen. Täglich hundertmal, damit auch der Letzte merkt, worum es der Zensursula und ihrer Gang eigentlich geht.
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19.6.2009 von Sascha Kersken.
Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist eine lange Geschichte der Verarschungen und faulen Kompromisse. Hier nur noch mal einige Highlights für Vergessliche:
Hab ich noch was vergessen?
Zusätzliche Hinweise:
Das Dumme ist, dass die meisten Menschen vergesslich sind.
Auch ich gebe zu, die SPD früher dennoch mitunter als ”kleineres Übel” gewählt zu haben. Dieser Fehler wird mir jedoch NIE WIEDER unterlaufen.
[Erstveröffentlichung unter meinem Heise-Account hier]
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20.4.2009 von Sascha Kersken.
Als Kollege André im Dezember 2008 in seinem Blog darüber berichtete, war es noch ein Vorschlag des für bizarre Ideen und hartnäckige Realitätsverweigerung bekannten Herrn Schünemann (niedersächsischer Innenminister). Inzwischen ist es geltendes Gesetz, und fünf Provider haben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Beängstigend, wie kurz die Frist zwischen dem Entstehen hirnrissiger Vorschläge, die früher[TM] höchstens von Hinterbänklern während des Sommerlochs verbreitet wurden, und ihrer Verabschiedung als Gesetz inzwischen ist — einer der vielen Nachteile einer großen Koalition.
Glücklicherweise ist die Frist bis zur Aufhebung oder zumindest Einfriedung der schlimmsten Auswüchse durch das Bundesverfassungsgericht oft genau so kurz (erstaunlicherweise ein Verfassungsorgan, das im Gegensatz zu Parlament und Regierung noch wie vorgesehen funktioniert). Wobei das Perfide an diesem konkreten Gesetz natürlich ist, dass jeder, der dagegen Klage einreicht, Gefahr läuft, auf dem geistigen Niveau von “BILD” und ihren Lesern als “Kinderpornokonsument” oder zumindest -verharmloser abgestempelt zu werden — obwohl jedem halbwegs informierten (und informierbaren) Menschen ohne Weiteres klarzumachen ist, dass dieses Gesetz nicht das Geringste gegen Kindesmissbrauch und -pornographie auszurichten vermag, sondern aus vielen Gründen eher noch das Gegenteil bewirkt. Folgerichtig gibt es sogar eine Initiative ehemaliger Missbrauchsopfer gegen Internetsperren.
Ein zusätzliches Problem ist die aufgrund der Natur der zu sperrenden Seiten geheime Filterliste: Es ist abzusehen, dass es nicht bei Kinderporno bleiben wird; nach und nach werden sicher auch religiös oder politisch radikale Sites, Online-Casinos, “Killerspiel”-Sites usw. gesperrt. Und irgendwann geht es dann schlicht um missliebige politische Meinungen. So sehr die Frau vdL das leugnet — ich glaube denen nichts dergleichen: Wie lange hat es noch mal gedauert von “die Mautdaten werden ausschließlich, stets und immer nur zu Abrechnungszwecken verwendet!!!!!!!!!!1elf!!!” bis “jetzt, wo wir sie einmal haben, können wir sie doch auch zur Fahndung nach Terr^W Schwerverbr^W Falschparkern nutzen”?!
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1.3.2009 von Sascha Kersken.
Schon seit Längerem ist bekannt, dass Frankreich “Urheberrechtsverletzern”, das heißt Tauschbörsennutzern, nach zweimaliger Verwarnung automatisiert den Internetzugang sperren möchte, ohne Richterbeschluss et al. Schon diese Maßnahme ist IMHO vergleichbar mit dem barbarisch-mittelalterlichen Handabhacken bei Dieben (natürlich nicht, was das Schmerzlevel des Bestraften angeht, sondern in puncto Geisteshaltung). Nun wird eine neue Sau durchs digitale Dorf getrieben: Die französische Kulturministerin möchte bei öffentlichen Hotspots nur noch den Zugang zu Websites erlauben, die explizit in einer Whitelist stehen. Das geht noch einen Schritt weiter als die mit Blacklists arbeitende, auch in westlichen “Demokratien” immer weiter um sich greifende Internetzensur.
Wohin geht die Reise? Das einundzwanzigste Jahrhundert droht zum Finsteren Mittelalter 2.0 zu werden, nur weil Unmengen von Politikern Angst vor neuen Medien und letztlich vor ihrer eigenen Bevölkerung haben. Nun könnte man diese Angst natürlich deutlich abmildern, indem man zur Abwechslung mal Politik im Sinne dieser Bevölkerung und nicht für die Interessen einiger Lobbygruppen (Großbanken, Großkonzerne, Medienindustrie usw.) macht. Aber nein, lieber immer mehr überwachen, bespitzeln, zensieren, verbieten, Milliarden für Biometrie- und sonstigen Pseudosicherheitsschwachsinn ausgeben und gleichzeitig behaupten, man hätte kein Geld für die Belange von Arbeitslosen und Rentnern oder für ein paar halbwegs neue Schulbücher. Deutschland, Großbritannien und Frankreich scheinen bei alldem in Europa eine unrühmliche Vorreiterrolle zu spielen. Jedenfalls ist es lächerlich, wenn dieselben Herrschaften, die hier jeden Tag weitere und zunehmend skandalöse Ausnahmen zu den Bürgerrechten hinzufügen, dieselben im Dialog mit China, Iran oder irgendwelchen Bananenrepubliken einfordern.
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18.12.2008 von Sascha Kersken.
Ich denke, ich brauche niemandem mehr zu erzählen, wie gefährlich Softwarepatente für Open Source sind. Die EU-Softwarepatentrichtlinie wurde zwar nach langem Hin und Her vom EU-Parlament abgelehnt, aber die nationalen Patentämter und das Europäische Patentamt erteilen munter weiter Softwarepatente; sobald es zu einer Gesetzesänderung käme (bei der Lobbyistendichte heutzutage jederzeit möglich), würden diese unverzüglich scharfgeschaltet, mit allen unglücklichen und absurden Folgen.
Deshalb sollte sich jeder, der berufliches und/oder persönliches Interesse an Open Source und an einer offenen IT-Landschaft hat, zwei Minuten Zeit nehmen und die folgende Online-Petition unterzeichnen:
http://stopsoftwarepatents.eu/
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5.11.2007 von Sascha Kersken.
Diese Woche soll im Bundestag das Gesetz zur so genannten Vorratsdatenspeicherung verabschiedet werden — wenn es durchkommt (womit fest zu rechnen ist), wird ab dem 01.01.2008 verdachtsunabhängig gespeichert, wen ihr wann anruft, welche Websites ihr besucht und wem ihr E-Mails schreibt. Trotz der Standardbegründung “Terrorismusbekämpfung” ist zu befürchten, dass politisch missliebige Ansichten (v.a. das Engagement für die immer weiter aufgeweichten Bürgerrechte) oder auch Bagatelldelikte wie das Kopieren von Musik oder Filmen auf diese Weise verfolgt werden, wenn diese Daten erst einmal vorliegen. Insofern gilt: Wehret den Anfängen!
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung führt aus diesem Grund morgen, also am 06.12.2007, einen bundesweiten Aktionstag durch. Die Aktion in Köln beginnt um 18:30 Uhr auf der Domplatte. Näheres hier. Kommt zahlreich, und bringt möglichst viele Leute mit.
Sollte sich in eurem Bekanntenkreis der ein oder andere Vertreter der “Ich hab doch nix zu verbergen”-Fraktion befinden, gibt es hier ein bisschen Argumentationshilfe (da geht es konkret um die diversen Pläne von Herrn Dr. Schäuble, zu denen aber eben auch die Vorratsdatenspeicherung gehört).
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