Was ich lese — Fiktion (1): The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

Nicht nur Stephen King empfiehlt angehenden und aktiven AutorInnen, dass Lesen neben täglichem Schreiben das Beste ist, was sie tun können, um in ihrer Sache Meister zu werden. Aber wer bereits eine Passion für das geschriebene Wort hat, wird sich dazu auch nicht überreden lassen müssen. Viele, die mit dem Schreiben anfangen, haben schon immer gern gelesen und möchten die besondere Magie von Geschichten weitertragen, indem sie ihre eigene Stimme zum Chor der Erzählerinnen und Erzähler hinzufügen.

In dieser kleinen Reihe werde ich einige Bücher und Buchreihen empfehlen, die ich mit Genuss gelesen habe — jeweils getrennt gezählt für Belletristik und Sach-/Fachbücher.

Aber nun ohne weitere Verzögerung zur ersten Empfehlung im Bereich Belletristik, wobei die Reihenfolge der Beiträge nicht unbedingt eine Präferenz angibt. Die Links führen zu Amazon.de*, wo ihr die Bücher bei Interesse gleich bestellen könnt.

„The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ von Douglas Adams

Englische Ausgabe bestellen („The Ultimate Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, alle fünf Bände in einem Buch)
Deutsche Ausgabe bestellen (Dies ist der erste Teil; die weiteren Bände sind unten im Text verlinkt. Es gab eine von Seyfried & Ziska illustrierte Gesamtausgabe, die jedoch nur noch antiquarisch zu haben ist.)

Die Reihe begann ihr Leben 1978 als BBC-Radioserie, wurde anschließend in Romanform veröffentlicht, dann als leicht trashige, aber liebenswerte BBC-Fernsehserie und schließlich — nach Adams‘ Tod — als großer Hollywoodfilm.

Die beste „speculative fiction“ (schöner Sammelbegriff für Science Fiction, Fantasy, Horror und Alternate History, den es im Deutschen so nicht gibt) erzählt uns im Gewand des Exotischen etwas über unsere eigene Welt und unser eigenes Leben. Kaum jemand tut dies überzeugender als Douglas Adams (1952-2001) in seiner fünfbändigen Buchreihe, die aus den Romanen „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“, „The Restaurant at the End of the Universe“, „Life, the Universe, and Everything“, „So Long and Thanks for all the Fish“ und „Mostly Harmless“ besteht. Es gibt einen nicht von Adams geschriebenen sechsten Band, „And Another Thing“ (deutsch: „Und übrigens, noch was“) von Eoin Colfer, dem Autor der „Artemis Fowl“-Reihe. Die deutschen Ausgaben der fünf Original-Bände heißen „Per Anhalter durch die Galaxis“, „Das Restaurant am Ende des Universums“, „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, „Macht’s gut und danke für den Fisch“ sowie „Einmal Rupert und zurück“. Die Übersetzungen von Benjamin Schwarz sind überaus gelungen.

Worum geht es?

Arthur Dent, ein Durchschnittsengländer, stellt eines Donnerstags fest, dass sein Haus abgerissen werden soll, um einer Umgehungsstraße Platz zu machen. Doch bevor dies zu einem wirklichen Problem wird, kommt sein bester Freund Ford Prefect — der nicht aus Bradford, sondern von einem kleinen Planeten in der Nähe von Beteigeuze stammt, wie er Arthur nun anvertraut — und rettet seinen Kumpel vor der Zerstörung des Planeten Erde, der (angeblich) einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz machen soll. Und so bricht Arthur nur mit einem Bademantel bekleidet zu einer achtjährigen Reise in die unendlichen Weiten des Universums auf und erlebt lauter erstaunliche Dinge. Er erfährt unter anderem, warum ein intergalaktischer Anhalter stets ein Handtuch bei sich tragen sollte, dass ein Pangalaktischer Donnergurgler einen wirklich üblen Brummschädel verursacht, was es mit der Zahl 42 (die Antwort auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem anderen) auf sich hat, wie man fliegen lernen kann und wie Gottes Letzte Botschaft An Seine Schöpfung lautet.

Angereichert wird das Ganze mit Einträgen aus einem elektronischen Buch, eben „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“, einem Reiseführer für interstellare Tramper, der einem laut Eigenwerbung dabei hilft, „die Wunder der Galaxis für weniger als 30 Atair-Dollar zu sehen“. Diese Einträge sind oft nicht sonderlich akkurat und würden von übereifrigen Wikipedia-Admins vermutlich gelöscht, aber dafür unglaublich unterhaltsam und mit zeitlosen Wahrheiten über die Natur des Menschen sowie Wissenschaft und Philosophie gespickt.

Die Bücher wimmeln nur so von schrulligen, originellen und erstaunlichen Einfällen. So treffen wir Hotblack Desiato, einen Rockstar, der aus steuerlichen Gründen ein Jahr lang seinen Tod simuliert, und dessen ferngesteuertes Sternensturz-Raumschiff, das auf dem Höhepunkt einer Show von Desiatos Band Disaster Area in eine Sonne gestürzt wird. Andere liebenswert-kaputte Charaktere neben Arthur und Ford sind beispielsweise Zaphod Beeblebrox, der zweiköpfige und inkompetente Präsident der Galaxis, der depressive Roboter Marvin, der Planetendesigner Slartibartfast oder die Reporterin Tricia McMillan (neben Arthur zunächst der einzige überlebende Erdenmensch).

Alles in allem ein grandioser Spaß für alle, die Science Fiction, Popkultur oder allgemein das Nerdtum mögen: die Bücher halten stets die Balance zwischen Klamauk und Tiefgründigkeit, der Plot nimmt ungeahnte Wendungen, es wimmelt nur so von Anspielungen auf Star Trek, Star Wars, Doctor Who und so weiter, und es ist zu bedauern, dass der geniale Autor dieser unsterblichen Reihe so früh das Zeitlichen segnen musste.

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Über Sascha Kersken

Ich habe seit 1983 Computer-Erfahrung und hatte das Glück, mein Hobby nach dem Abitur und einigen Umwegen zum Beruf zu machen. Ich arbeite bei der dimensional GmbH in Köln als Senior Developer, unter anderem mit PHP und Java. Seit 1996 bin ich zusätzlich als freiberuflicher Dozent in den Bereichen Administration, Programmierung und Webentwicklung mit Schwerpunkt LAMP tätig, außerdem als Fachbuchautor und -übersetzer.
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